Nach dem Zweiten Weltkrieg brachten zugewanderte Bayern den Eisstocksport nach Stuttgart. Als Eisfläche dienten damals die Bade- und Freizeitseen um Stuttgart-Vaihingen und -Möhringen.

Die erste Eisstock-Vereinsgründung in Stuttgart war dann im Jahre 1963.

Unter anderen gründete auch der Stuttgarter Eis- und Rollsportclub (SERC) eine Eisstockabteilung. Im Jahre 1972 entschlossen sich die Aktiven des SERC wegen bestehender Differenzen mit dem Hauptverein zur Gründung eines eigenen Vereins.

Am 21. Juli 1972 war es dann soweit - von 20 aktiven Eisstockschützinnen und Eisstockschützen wurde in der "Pils-Stube" der Sportplatz- gaststätte Stuttgarter Turnverein (heute Tus 2) der Eisstockschützenclub Stuttgart (ESC Stuttgart) gegründet. Zum 1. Vorsitzenden wurde
Karl Mangold und als sein Stellvertreter Franz-Josef Fetter gewählt.                   

Am 14. September 1972 wurde der Verein durch den Eintrag in das Vereinsregister beim Amtsgericht Stuttgart zum eingetragenen Verein (e.V.).
Ferner wurde der Verein in den Württembergischen Landessportbund (WLSB) sowie in den Eis- und Rollsport-Verband, heute Eisstockverband Baden-Württemberg (EBW) aufgenommen.

Im Oktober 1972 nahm bereits eine Damenmannschaft am Deutschen Pokal in Füssen teil. Bei dieser Gelegenheit wurde erstmals die neue Vereinskleidung (blauer Anorak und schwarze Hose) vorgestellt. Zur damaligen Zeit war es noch nicht üblich, dass die Mannschaften einheitliche Kleidung trugen.

Die Vereinsfahne - gestiftet von Erne Schäfer - wurde am 12. Januar 1973 in würdiger Form eingeweiht.

Am 17. März 1973 richtete dann der ESC Stuttgart sein 1. Internationales Turnier auf Eis im "Eisstadion Waldau" aus. Die gute Durchführung des Turniers wurde bereits damals von allen teilnehmenden Mannschaften hoch gelobt.

Ab dem Sommer 1973 konnten auf dem Hartplatz des SKG Gablenberg das Sommertraining sowie die Sommerturniere durchgeführt werden.

Beim Stuttgarter Faschingsumzug 1973 stellte der ESC Stuttgart zusammen mit den Eishockeyspielern des EHC Stuttart einen Motivwagen sowie eine Fussgruppe unter dem Motto "Als Partner der Welt haben wir immer noch eine offene Eisbahn". Trotzdem dauerte es dann noch 5 Jahre bis die Überachung Wirklichkeit wurde.

Am 16. März 1974 wurde das 1. Damenturnier mit 11 teilnehmenden Mannschaften erfolgreich ausgetragen. Auch nahm in diesem Jahr zum ersten Mal die Jugendmannschaft an der Deutschen Jugend-Meisterschaft in Regen teil.

Am 22./23. Februar 1975 nahm eine Damenmannschaft an der Deutschen Meisterschaft in Braunlage teil. Auch hier wurden reichlich Erfahrungen gesammelt, die dann im Training fleissig umgesetzt wurden.

Ebenfalls in diesem Jahr wurde unter der Teilnahme des ESC Stuttgart die "ARGE Eisstocksport Stuttgart" (im weiteren kurz ARGE) gegründet. Deren Zweck war es, fortan die grösseren Eisstock-Wettbewerbe in Stuttgart gemeinsam auszurichten. Auch handelte es sich hier um die erste offizielle Arbeitsgemeinschaft im Eisstocksport in Deutschland. Erstmals unter der Regie der ARGE wurde dann am 1./2. März 1975 das
9. Internationale Turnier durchgeführt.

Im Jahr 1976 erschien dann das erste Mitteilungsblatt des ESC und ab 1977 trafen sich die Mitglieder mit Frauen und Kindern jeweils vor Weihnachten bei Kaffee, Kuchen und einem guten Abendessen, um gemeinsam ein paar frohe Stunden zu verbringen. Auch fand sich immer ein
St. Nikolaus, der für die Kinder etwas mitgebracht hatte. Dieser schöne Brauch hat sich bis in die heutige Zeit fortgesetzt - allerdings heute ohne St. Nikolaus, da die Kinder aus diesem Alter heraus sind und wir leider im Moment keinen Nachwuchs haben.

Im Jahr 1977 nahmen unsere Damen erstmals am Europa-Cup teil.

Im gleichen Jahr noch stellte die Stadt Stuttgart drei Sommerstockbahnen neben der Rollschuhbahn beim Neckarstadion zur Verfügung. Somit konnte dort ab sofort das Sommertraining durchgeführt werden. Allerdings war die Bahn für Sommerstock-Meisterschaften zu klein.

Dann kam im Auftrag des Deutschen Eisstock-Verbandes eine echte Herausforderung auf die ARGE zu: Im März 1978 wurde erstmals die Deutsche Meisterschaft für Damen und Herren in Stuttgart ausgetragen. Diese Deutsche Meisterschaft setzte neue Massstäbe in Präzision und Ausführung und kam bei den Teilnehmern und dem Deutschen Verband sehr gut an. Auch wurde die Meisterschaft mit einem Rahmenprogramm beendet, wie es bisher bei keiner Deutschen Meisterschaft zu sehen war.

Noch in diesem Jahr begannen die Vorbereitungen auf die erste Weltmeisterschaft, die im Jahre 1983 in Frankfurt ausgetragen werden sollte. Vier unserer Mitglieder nahmen im Rahmen dieser Vorbereitungen im Mai 1978 an Vorführwettbewerben in Südostasien, und zwar in Bangkok, Singapur und Kualalumpur teil. Diese Turniere wurden in Eishallen, die in Häuserblöcken integriert waren, bei einer Aussentemperatur von 45° C ausgetragen. Dies war ein einmaliges Erlebnis für unsere Teilnehmer Erne Schäfer, Fine Fetter, Manfred Lommel und Franz-Josef Fetter.

Im Auftrag der Internationalen Förderation Eissport (IFI) wurde im Jahre 1980 von der ARGE der Europa-Cup der Damen im Kunsteisstadion Waldau ausgetragen. Auch hier waren die aus ganz Europa angereisten Damen und Funktionäre voll des Lobes über die Durchführung der Veranstaltung.

Abermals waren Eisstocksportler vom ESC Stuttgart auf Vorführwettbewerben für die erste Weltmeisterschaft - diesmal in Kanada in den Städten Toronto, Kitschener und Waterloo.

1988 war die ARGE Ausrichter des Deutschen Mixed Pokals.

1992 wurden die Eisstockabteilungen der beiden Vereine tus Stuttgart und SERC Stuttgart aufgelöst. Deren Mitglieder schlossen sich den beiden Vereinen ESC Stuttgart und ESC Stuttgart-Vaihingen an.

1994 wurde die Deutsche Meisterschaft für Damen und Herren durch die ARGE im Eissport-Zentrum Waldau ausgetragen.

1997 war der ESC Stuttgart Ausrichter des Deutschen Pokals auf Eis für Damen und Herren.

Im Jahr 2003 wurde eine neue Sommerstockbahn auf der Waldau vorläufig in Betrieb genommen. Voll genutzt werden konnte die Bahn allerdings erst im Jahre 2005.

Im September 2012 feierte der ESC Stuttgart sein 40-jähriges Jubiläum.